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dju: Aschendorff dominiert neue westfälische Medienholding

Eingestellt am 05.01.2019


An den Strukturen der beiden Unternehmen im Münsterland mit den Aschendorff Medien und in Ostwestfalen mit dem Westfalen-Blatt ändert sich durch diese Fusion nichts, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der beiden Verlage.

Beide Unternehmensbereiche würden als Tochtergesellschaften der Westfälischen Medien Holding AG weitergeführt und sollen über das neue gemeinsame Dach erfolgreich weiterentwickelt werden.

In der neuen Holding sind zukünftig das Tageszeitungs-, Anzeigenblatt-, Druckerei-, Rundfunk- und Reisebürogeschäft beider Unternehmen gebündelt. Die Unternehmensgruppe Aschendorff, die im Münsterland unter anderem die Tageszeitungen Westfälische Nachrichten und Münstersche Zeitung herausgibt, ist bereits seit 2011 über die C.W. Busse Holding indirekt an dem Westfalen-Blatt beteiligt.
Das Bundeskartellamt muss dieser Fusion noch zustimmen.
„De facto handelt sich es aber wohl eher um einer Übernahme des schwächelnden Westfalen-Blatts durch die Aschendorff-Gruppe," so Dr. Frank Biermann, Sektionschef der dju in ver.di Münsterland.76,5 Prozent der Unternehmensanteile lägen demnächst in Münster. Er hofft, dass das schlechte tarifuntreue Verhalten  des Münsteraner Verlages nicht auch in Ostwestfalen-Lippe Schule macht. Dort werden die Redakteure in der Regel noch nach Tarif bezahlt in Münster und im Münsterland zum überwiegenden Teil nicht. In keinem einzigen Unternehmensteil des Aschendorff Gruppe werde noch nach Tarif bezahlt, so Biermann. 
Skeptisch sei auch die Ankündigung des Chefredakteurs zu sehen, dass es zu einer punktuellen Zusammenarbeit im redaktionellen Bereich kommen solle. „Das hört sich jedenfalls nicht so an, als ob da neue redaktionelle Jobs entstehen würden". Beim Westfalen-Blatt seien ohnedies schon viele Redaktionen zum Beispiel im Kreis Gütersloh de facto geschlossen worden. Und wenn Tiemann betone, die neue westfälische Medienholding sei für neue Partner offen, da könne man sich schon denken, an wen diese Einladung gerichtet sei: „Vermutlich z.B. an die Adresse des Verleger der in Oelde erscheinenden Glocke. Dirk Holterdorf und an die anderen kleineren Verlage im Münsterland in Rheine, Coesfeld und Dülmen". „Leider haben auch wir Gewerkschaften noch kein Rezept gefunden, wie man die grassierende Fusionitis in Zeitungsbranche stoppen könnte", so Biermann abschließend. 
Der Verlag Aschendorff war schon seit 2011 mit 25,1 % an der Westfalen-Blatt Holding beteiligt. Bereits 2012 hatte es Spekulationen gegeben, nachdem Aschendorff beim Bundeskartellamt die Absicht angezeigt hatte, die Mehrheit an der Westfalenblatt-Holding zu übernehmen. Das war damals allerdings noch dementiert worden. Foto: Frank Biermann

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